und Deutschland – Vergangenheit und Zukunft

Märchen und Demenz

MÄRCHENLAND – Deutsches Zentrum für Märchenkultur 

Fortbildung zum Märchenerzähler für Demenzerkrankte in der Akademie der Künste

„Es war einmal…“ Diesen Märchenanfang kennt jedes Kind – und deshalb beginnt auch Marlies Ludwig mit diesen Worten ihre wöchentlichen Erzählstunden vor Demenzerkrankten. Die Schauspielerin ist professionelle Demenzerzählerin und Teil des seit Dezember laufenden Projekts ‚Märchen und Demenz‘, das MÄRCHENLAND – Deutsches Zentrum für Märchenkultur im Auftrag der Schwenninger Krankenkasse im Rahmen des Präventionsgesetzes in drei Pflegeeinrichtungen der Korian Gruppe im Haus Fronmüller/Fürth, der Seniorenresidenz am Erlenfeld/Erlangen und im Haus Phönix am Roggenberg/Lichtenau durchführt.

Märchenerzählung von Marlies Ludwig

Märchenerzählung von Marlies Ludwig

Märchen eignen sich deshalb so gut dazu Demenzerkrankte zu erreichen und sie zu so-zialer Interaktion zu animieren, da sie Kind-heitserinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis ansprechen, sei es an das ganze Märchen, die Handlung oder nur eine Formel wie ‚Knusper, Knusper, Knäuschen…‘. Mit den Märchen wird eine besondere Verbindung zu den Zuhörern hergestellt, die sich in ganz unterschiedlichen Stadien der Krankheit befinden. Das gemeinsame Erleben in der Gruppe bedeutet ein Stück Lebensqualität. „Das Projekt ‚Märchen und Demenz‘ wird in unseren Einrichtungen sehr gut angenommen.“, sagt Martin Strobl, Regionalleiter bei Korian. „Die Bewohner erwarten voll Freude das nächste Märchen und unsere Mitarbeiter übertreffen sich bei den Schulungen selbst. Sie sind mit viel Spaß und Engagement dabei.“

Workshop mit Marlies Ludwig

Denn ein elementarer Bestandteil des Projekts besteht darin, dass Pflegekräfte der teilnehmenden Einrichtungen in der professionellen Märchenvermittlung geschult werden, damit die Erzählstunden auch nach dem Projektende regelmäßig durchgeführt werden können. Wer glaubt, Geschichten vorlesen kann jeder, der irrt: „Die Märchenstunden mit den Demenzerkrankten bedeuten für die Erzähler bzw. Vorleser eine mentale, körperliche und stimmliche Herausforderung.“, sagt Marlies Ludwig. Ein hohes Maß an Konzentration und Einfühlungsvermögen sind erforderlich. Um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu halten, müssen ihre verschiedenen Bedürfnisse ständig berücksichtigt, Sprechtempo, Lautstärke, Aus-sprache und Auftreten situationsabhängig angepasst werden. Eine Fortbildung, bei dem genau diese Kompetenzen vermittelt und trainiert werden, findet am 19. und 20. Februar für die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung Haus Fronmüller / Fürth in der Akademie der Künste, Berlin statt. Entwickelt wurde das professionelle ‚Demenzerzählen‘ von MÄRCHENLAND in einer 5-jährigen wissenschaftlichen Wirksamkeits-studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und in wissenschaftlicher Begleitung durch die Alice Salomon Hochschule Berlin.

Weitere Informationen: www.märchenland.de
 
 

Pressekontakt:
Mariella Steinweg
MÄRCHENLANDDeutsches Zentrum für Märchenkultur
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
steinweg@maerchenland-ggmbh.de

030 34 70 94 79