und Deutschland – Vergangenheit und Zukunft

Geht der Menschheit das Wasser aus?

Wasser

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„Der Zugang zu sauberem, gesundem und ausreichendem Trinkwasser ist eine Grundvoraussetzung für das Überleben, den Wohlstand und die sozioökonomische Entwicklung der ganzen Menschheit. Aber noch immer handeln wir so, als ob Trinkwasser für immer und reich-lichvorhanden wäre. Das ist nicht so“

Kofi Annan, UN – Generalsekretär (1997 und 2006)

Seit etwa 1000 Jahren tritt in der spanischen Stadt Valencia jeden Donnerstagmittag ein einzigartig. Die Bauern in der fruchtbaren Ebene von Valencia sind darauf angewiesen, ihre Felder zu bewässern. Wen ein Bauer meint, er sei bei der Wasserverteilung nicht angemessen berücksichtigt worden, kann er das Tribunal anrufen. Es hat die Aufgabe, Streitigkeiten um Wasser zu schlichten.

Hierfür benötigen sie reichlich Wasser – ein Gut, das in diesem Teil Spaniens schon immer knapp gewesen ist. Streitigkeiten um Wasser sind an sich nichts Neues, aber selten werden sie so gerecht beigelegt wie in Valencia.

Vor rund 4000 Jahren stritten sich einige Hirten heftig um einen Brunnen in der Nähe von Beerscheba. Seitdem ist die Wassersituation im Nahen Osten noch viel kritischer geworden. Wenn es ums Wasser ginge, sagten mindestens zwei prominente Führer in dieser Region, wären sie sogar bereit, einem Nachbarland den Krieg zu erklären.

In semiariden Ländern hat Wasser die Gemüter schon immer sehr bewegt. Das ist nicht schwer nachzuvollziehen, dann Wasser ist einfach lebenswichtig. Kofi Annan brachte es wie folgt auf den Punkt: „Trinkwasser ist kostbar: Ohne Wasser können wir nicht leben. Es ist unersetzlich und es ist anfällig: Die Tätigkeit des Menschen hat tief greifende Auswirkungen darauf, wie viel frisches Trinkwasser wir haben und wie gut es ist“. Heute sind die Süßwasservorräte unseres Planeten sowohl in ihrer Quantität als auch ihrer Qualität stärker gefährdet als jemals zuvor. Wir sollten uns nicht davon täuschen lassen, dass man in einigen Teilen der Welt das Glück hat, scheinbar unerschöpfliche Wasservorräte zu besitzen. Rund 97% des Wassers auf der Erde sind Meerwasser, das für die Verwendung als Trinkwasser oder in der Landwirt-schaft und in der Industrie zu salzhaltig ist. Nur rund 3 Prozent der Wasser-vorräte der Erde sind Süßwasser. Doch selbst davon ist der größte Teil schwer zugänglich.

Die Wasserkrise

Verschmutzung – in Polen sind nur 5 Prozent des Flusswassers als Trinkwasser geeignet und 75 Prozent sind sogar für Industrielle Nutzung zu stark verunreinigt

Versorgung der Städte – in Mexiko-Stadt, dem zweitgrößten Ballungsraum der Welt, sinkt der Pegel des Grundwassers, das 80 Prozent des Städtischen Wasser liefert, unerbittlich. Es wird 50 Prozent mehr abgepumpt, als auf natürlichem Weg wieder zufließt. Peking die Hauptstadt Chinas steht vor einem ähnlichen Problem: In den Rundwasser führenden Schichten fällt der Pegel jährlich um mehr als 1 Meter; ein Drittel der Brunnen ist bereits versiegt

Bewässerung – das gewaltige Ogallala Grundwasserreservoir in den Verei-nigten Staaten ist so stark entleert worden, dass im Nord-Westen von Texas die Fläche des bewässerten Landes auf Grund von Wassermangel bereits ein Drittel verringert worden ist. Sowohl China als auch Indien, die zweit- und drittgrößten Nahrungsmittelproduzent der Welt, sind in einer ähnlich kritischen Lage. Durch Bewässerung ist im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu der Grundwasserspiegel in 10 Jahren um mehr als 23 Meter gesunken

Verschwindende Flüsse – während der Trockenzeit erreicht das Wasser des mächtigen Ganges nicht das Meer, weil es vorher umgeleitet wird. Das gleiche trifft auf den Colorado in Nordamerika zu

 

 

Mariola  Dieckmann
Foto: Barbara H. Seemann – Trojnar
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